7 Mythen über Schreibabys

7 Mythen über Schreibabys
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7 Mythen über Schreibabys

Man sagt Schreibabys ja so einiges nach… Fakt ist, dass Schreibabys ziemlich viel schreien und ihren Eltern deswegen oftmals den letzten Nerv rauben. Aber stimmt eigentlich alles, was man sich so von Schreibabys erzählt, liest oder hört? Eher nicht. Es gibt durchaus auch einige Mythen, an denen nicht viel Wahres dran ist.

Mythos Nummer eins: Schreibabys leiden unter Drei-Monatskoliken

Dass Schreibabys deswegen so häufig schreien, weil sie Bauchschmerzen oder Blähungen haben, gilt längst als widerlegt. Man ging eine Zeit lang davon aus, dass das Geschrei von Verkrampfungen im Magen-Darm Bereich herrührt und genau daher stammt auch die Bezeichnung „Dreimonatskoliken“. Zwar gibt es durchaus Babys, die mit ihrer Verdauung Probleme und deswegen Blähungen oder auch Bauchschmerzen haben, in der Regel sind aber diese nicht der Hauptgrund für die Schreiattacken. Auch wenn das Baby während des Schreiens häufig pupst und ihr deswegen fest davon überzeugt seid, dass es an Bauchschmerzen leidet – das Geschrei liegt in den wenigsten Fällen daran, sondern hat ganz andere Ursachen. Das Pupsen ist vielmehr eine Auswirkung des Schreiens, weil Baby dabei viel Luft verschluckt – eine Ursache jedoch für das Geschrei sind die Pupse nicht. Bei genauerer Betrachtung fällt Eltern dann auch oft auf, dass sie ihr Kind beruhigen können mit Methoden, die mit der Verdauung überhaupt nichts zu tun haben.

Auch mit den genannten drei Monaten hat das Schreien nicht immer etwas zu tun. Zwar hört das Schreien oft um den dritten Lebensmonat herum auf, aber eben nicht immer. Bei einigen Babys dauert das Geschrei noch etwa bis in den 6. Lebensmonat hinein an, manchmal sogar noch etwas länger.

Dem schließt sich auch gleich der nächste Mythos an:

Mythos Nummer 2: gegen die Schrei-Attacken helfen Tropfen gegen Blähungen

Da es sich wie oben erläutert, gar nicht um „Koliken“ handelt, weswegen das Baby schreit, sondern vielmehr um Anpassungsprobleme oder, so nennt man es heute, Regulationsstörungen, liegt es auf der Hand, dass Tropfen gegen Blähungen rein gar nichts bewirken können, wenn es darum geht, dem schreienden Baby zu helfen. Kurz und gut: Es gibt überhaupt keine Medikamente, Tröpfchen, Pillen oder Pülverchen, die dafür sorgen, dass das Baby ruhig ist. Wenn das Baby schreit, ist es für die Eltern sehr anstrengend und dann hilft nur eins: andere Beruhigungsmethoden ausprobieren wie tragen schaukeln, pucken, wiegen etc.

Mythos Nummer 3: Schreibabys schreien den lieben langen Tag

Auch wenn es den Eltern meistens so vorkommen mag: es stimmt nicht, dass Schreibabys permanent schreien. Die Dreier-Regel besagt, dass ein Baby dann ein Schreibaby ist, wenn es an drei aufeinanderfolgenden Tagen mehr als drei Stunden am Tag über einen Zeitraum von drei Wochen schreit. Trotzdem ist das häufige Schreien eine enorme Belastung für die Eltern – verständlicherweise.

Mythos Nummer 4: unsere Leistungsgesellschaft bringt Schreibabys hervor

Sicher ist es wahr, dass Schreibabys sensibel reagieren, wenn Mutter und Vater gestresst sind. Diese Babys reagieren empfindlich darauf, dass sie zu vielen Reizen auf einmal ausgesetzt sind. Ob das aber nun an unserer heutigen Leistungsgesellschaft liegt oder nicht, kann man nicht mit Gewissheit sagen. Fakt ist, dass die Schreiambulanzen berichten, dass der Anteil an Schreibabys bei etwa 10-20 % liegt – und das seit Jahrzehnten konstant.

Mythos Nummer 5: vor allem Jungs sind Schreibabys

Zwar heißt es immer mal wieder, dass Mädchen eher pflegeleicht wären, wohingegen Jungs viel häufiger schreien in den ersten Lebenswochen und -monaten und außerdem generell schlechter schlafen. Das aber kann man so nicht stehenlassen: die Zahl der männlichen und weiblichen Säuglinge, die zu Schreibabys werden, ist nämlich ungefähr gleich.

Mythos Nummer 6: es gibt bei jedem Baby einen Geheimtipp

Das ist leider nicht der Fall. Zwar gibt es durchaus Tipps wie tragen, schaukeln, singen oder wiegen, die den allermeisten Babys helfen. Den ultimativen Geheimtipp, der bei ausnahmslos allen Babys hilft, den gibt es leider nicht – schön wär´s. Immerhin sind auch Babys schon kleine Individuen und was dem einen hilft, kann sich beim anderen als Flop erweisen. Es hilft nur eins: Nerven bewahren und weiter probieren!  Zumindest die swing2sleep hilft in 99% aller Fälle.

Mythos Nummer 7: schreien lassen stärkt die Lungen

Gottseidank ist dieses Mythos schon seit einiger Zeit Geschichte. Dass schreien lassen gut sei für die Lungen, das glaubt heute glücklicherweise kein Mensch mehr. Wenn euer Baby schreit, sucht es Trost. Es schreit nicht, weil es euch ärgern will! Ihr solltet euch also schnellstmöglich um es kümmern. Babys, die man schreien lässt, können kein Urvertrauen aufbauen, sie werden von Kummer und Selbstzweifeln geplagt. Und die Erfahrung „wenn ich schreie, juckt es keinen“ trägt auch nicht gerade zu einem gesunden Selbstbewusstsein bei. Also: Euer Kind zu „erziehen“, indem Ihr ihm zeigt, wer am längeren Hebel sitzt, dafür ist es im ersten halben Jahr deutlich zu früh. Wenn das Baby schreit, dann ist es ein Hilferuf. Reagiert bitte! Tragt es, schaukelt es, seid da. Das ist das Wichtigste für ein glückliches Baby: dass es sich, auch wenn es viel schreien muss, dennoch geliebt fühlt.

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