Ines Dänzer

Raumausstattermeisterin aus Leidenschaft

Ines Dänzer

9. April 2018
von inesmatthias
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Kleine Stilkunde der Epochen

Ein wichtiger Teil unserer Ausbildung ist die Stilkunde. Schließlich müssen wir wissen wie wir z.B. ein Sessel aus dem Biedermeier überziehen müssen, sofern gewünscht ist, dass er stilgerecht wiederhergestellt werden soll.

Dazu eine schöne und wirklich ganz kurze Zusammenfassung der Wandbekleidungen aus dem “1×1 der Tapete” von 2009:

In der Renaissance, der Zeit der Entdeckungen und Erfindungen, wächst das Selbstbewusstsein der Händler. Neue Impulse gehen von den bedeutenden norditalienischen Städten aus. Handelszentren wie Venedig und Florenz liefern kostbare Stoffe und Wandbekleidungen, z.B. Samtbrokat und Damast. Das Dekor ist symmetrisch und in floralen, mauresken Ornamenten und bunten Farben gehalten. Die wichtigsten Räume des reichen Bürgertums sind mit Holztäfelung und “Spanischleder” verkleidet.

Der Barock, die Epoche des Absolutismus, ist vom Repräsentationswillen der weltlichen und geistlichen Herrschern bestimmt. Ludwig der XIV., der Sonnenkönig, prägte mit seinem Hofstaat den Stil. Das gesamte Leben ordnete sich dem steifen Pomp und höfischen Zeremoniell unter. Der Barock zeigt sich in schweren Farben, punzierten Goldledertapeten, üppigen Motiven aus geschwungenen Bandwerk und Akanthusblatt-Ornamenten in prunkvollsten Inszenierungen. Oft ist dies mehr Schein als Sein, so marmoriert man Stuckgips, maseriert Möbel und imitiert mit Flocktapeten echten Seidenbrokat und Gobelins.

Im Rokoko, dem Spätbarock, wandeln sich die prunkvollen und schweren Formen ins Zierliche, Durchdrungene und Leichte. Typisch ist das asymmetrische Muschel-Motiv, die Rocaille.
Die Innendekoration soll dem Betrachter sinnliches Vergnügen bereiten. In den Farben ist sie pastell und leicht, umrankt mit fein verlochten Leisten aus Gold- und Silberstuck. Neben zartem Blumendekor ist die so genannte Chinoiserie sehr beliebt: Handbemalte chinesische Tapeten mit exotischen Motiven aus aller Welt fernöstlichen Blütenmalerei gelten als Inbegriff von Luxus.

Klassizismus; Mit der französischen Revolution besinnt man sich auf die eradlinigen Formensprache der Antike. Elemente der griechischen und pompejanischen Malerei und Herrschaftssymbole wie Lorbeerkränze, Palmetten und Säulen sind zu streng symmetrischen Mustern geordnet.
Typisch für die klassizistische Wanddekoration ist die Gliederung durch senkrechte, verzierte Wandfelder.
Die so genannte Groteske ist ein an einer Mittelachse symmetrisch gespiegeltes Ornament. Sie zeigt zarte Ranken und phantasievolle Motive römischen Ursprungs.
Napoleons Aufstieg zum Kaiser definiert den Beginn des Empire-Stils. Er orientiert sich vor allem an den römischen Vorbildern der Antike.

Stilkunde

Das Biedermeier, ein familiärer, auf Bequemlichkeit ausgerichteter Stil des aufstrebenden Bürgertums, bricht mit dem repräsentativen Ernst des napoleonischen Empire. Die Innenausstattung ist Ausdruck eines einfachen, tugendhaften Lebensstils. Man schätzt freundliche Tapeten mit kleinen Mustern und romantischen Motiven aus der Natur. Beliebt sind Landschaftszimmer mit Panoramatapeten, die den Raum ins Freie öffnen.

Im Historismus greift eine breiter werdende Schicht aufstiegsorientierter Bürger fast beliebig geschichtliche Stile auf. Proportionen, Muster und Farben werden ebenso konfus kombiniert, wie die Stile aufeinander folgen: Neorenaissance, Neobarock, Neoklassizismus oder gr kolonialer Exotismus – es herrscht Stilpluralismus. Vorlagenwerke, die so genannten “Stilbücher”, werden wahllos kopiert und zu einem überladenen, verschnörkelten Dokorationsstil vereint.
In diese Zeit des Umbruchs und der industriellen Revolution fällt auch die Entwicklung des Rotationsdrucks. Sie machte die Leimdrucktapete zum preiswerten Dekorationsmedium für jedermann.

Der Jugendstil kennzeichnet den Beginn des 20. Jh. mit einem stilistischen Umbruch. Die neue Generation verlangt nach Helligkeit und Klarheit. Rechter Winkel und Symmetrie werden zugunsten einer organischen Formensprache überwunden. Die neue florale Ornamentik begeistert Künstler, Architekten und Gebrauchs-Designer gleichermaßen. Das Kunsthandwerk erlangt wieder Ansehen. Organische Formen und Linien schwingen sich über Wände, Möbel und Gegenstände.

Im Art Déco versachlicht sich der Formenkanon. Es entsteht eine Vielzahl ungewöhnlicher Tapetendessins. Geometrisches und Organisches verbinden sich und werden abstrahiert. Werkbund und Wieder Werkstätten ebnen den Weg zur neuen Sachlichkeit.

Stilkunde

Das Bauhaus, als dessen Vorläufer die holländische Bewegung “De Stijl” und der “deutsche Werkbund” gelten, propagiert die Einheit von Handwerk und Kunst. Das Design ordnet sich in seiner Form- und Farbsprache dem sachlichen Zweck und der Funktion unter. Die legendäre Bauhaus-Tapetenkollektion und die Eintontapete Le Corbusiers markieren den Beginn der Unitapete als modernen Anstrichersatz.

In den 50er Jahren, der Zeit des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders, herrscht eine optimistische Aufbruchstimmung. Die Menschen suchen die düsteren Kriegsjahre zu verdrängen. Mosaiken, Nierentische und Tütenlampe – der Interieurstil ist hell, leicht und filigran. Inspiriert von der Kunst der Moderne zeigen Stoffe und Tapeten abstrakte, grafische Muster und pastellfarbenen Dessins.

In den 60er Jahren zeigen sich die Früchte des Wirtschaftswunders. Der “american way of life” beeinflusst alle Kultur- und Lebensbereiche. Die Tapetenmuster werden biederer und traditioneller, die Wohnfarben dunkler. Studentenrevolte und Mondlandung markieren den Wendepunkt im Tapetendessin. In der sogenannten Zeit des “Space Age” entstehen futuristische Wohnutopien  mit Pop- und Op-Art-Mustern, schrillen Farben und übergroßen Motiven.

Bis Ende der 70er Jahre erlebte die Tapete eine wahre Euphorie, vor allem Vinyltapeten sind gefragt.
Mit der Ölkrise zeigt sich die Grenze des Wachstums. Geschockt von politischen Unruhen und wirtschaftlichen Umwälzungen entsteht ein starkes Bedürfnis nach Geborgenheit. An den Wänden finden sich nun Gras-, Velours-, Kork- und Metalltapeten. Auch Fototapeten sind beliebt. Motive wie Herbstwald und Palmenstrand helfen die Zukunftsängste zu vergessen. Mit dem Erstarken der Ökologie Bewegung ab Mitte der 70er Jahre dominieren dunkle, stumpfe Farben den Raum, “Jute statt Plastik” lautet die Devise.

Seit den 80er Jahren wächst die Bedeutung des Dessins im Interieur. Muster und Farben weichen der strukturieren hellen Wand. Die weiß gestrichene Raufaser ist fest in deutschen Mietverträgen verankert. Im Objektgeschäft dominiert das Glasgewebe.

Anfang der 90er Jahre versuchte man mit Entwürfen berühmter Designer wie Lagerfeld, Sipek, Mendini, Thun und anderen gegenzusteuern. Doch die 90er Jahre sind die Zeit der kreativen Maltechnik. Ein Trend, den die Tapete nachvollzieht.

Anfang 2000 kündigt sich Neues an. Zunächst von der Film- und Werbebranche als provokatives Element aufgegriffen entwickelt sich die Mustertapete wieder zum Trendsetter. Retromuster und Motivtapeten sind gefragt. Dank digitaler Drucktechniken sind erstmals ganz individuelle Tapetendessins möglich.

Stilkunde

In der heutigen Zeit ist auch durch Lasertechnik kein Wunsch mehr unerfüllbar. Nahezu alles kann an die Wand gebracht werden. Trotz allem ist auch für das Tapezieren der abgefahrenste Tapete die Untergrundvorbereitung der wichtigste Schritt 😉

 

Wand

26. März 2018
von inesmatthias
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Der Lebenslauf der Tapete

Ich möchte einen wirklich kurzen Überblick über die Historie der Tapete geben. Ich finde es sehr spannend zu wissen wie etwas entstanden ist und sich bis heute immer weiter entwickelt hat.
Als ich die Ausbildung zur Raumausstatterin begonnen habe, bekam ich von der Firma A.S. Création ein tolles Buch. “Das 1×1 der Tapete”. Ich schreibe wirklich gerne selbst aber die Geschichte der Tapete ist dort so toll und umfassend beschrieben, dass ich es nicht besser könnte 🙂

Tapete

Kurze Historie der Tapete

Wandbespannungen aus geprägtem, vergoldetem Leder und Behänge mit wertvollen Stoffen waren seit dem Mittelalter Attribute feudalistischer Selbstdarstellung.
Von den maurischen Besatzern nach Spanien gebracht, breitete sich das so genannte Spanischleder über weite Teile Europas aus. Im 14. Jh. organisierten sich die Goldledermacher in Gilden und norminierten die Herstellung durch strenge Zunftregeln: Als Träger dienten gegerbte Felle, die zunächst versilbert, gegen Oxidation versiegelt und dann mit einem ockerfarbenen Goldlackfirnis patiniert wurden. Anschließend wurde sie aufwendig punziert oder geprägt, aneinander genäht und in Form bespannter Holzrahmen an die Wand montiert.
Die ersten bedruckten Wandpapiere für bürgerliche Haushalte entstammen dem 14. Jh. Doch erst die Kombination von Papierherstellung und Druck hat eine Art Serienherstellung ermöglicht. In französischen und englischen Papier-Manufakturen entstanden als Vorläufer der Tapete die sogenannten Dominotiers. Sie wurden schon im 17 Jh. mit Modeln aus Holz  gedruckt und hatten Rapportmuster, die eine fortlaufende Flächengesaltung erlaubten. Die einzelnen Dominopapiere maßen damals nur etwa 45 x 35 cm und mussten mühsam aneinander gesetzt werden.
Gegen Ende des 17 Jh. kamen aus England erstmals raumhohe Tapetenbahnen und Rollen mit 12 Yards x 21 Inches (10,95 m x 0,56 m) auf den Markt. Sie bestanden aus zusammengeleimten, handgeschöpften Papierbahnen, was das Tapezieren erheblich vereinfachte.
Mit der Zeit entwickelten sich immer ausgeklügeltere Handdrucktechniken: Geprägt, vergoldet, handbemalt, mit Schablonen oder Holzmodeln bedruckt, mit Eisenglimmer oder Wollstaub bestäubt, entstand einen immer breitere Palette verschiedenster Dessins. Zum virtuosen Höhepunkt zählten zweifellos die so sogenannten Panoramatapeten. Fortlaufende landschaftliche Szenarien aus bis zu 32 Tapetenbahnen, die mit an die 3000 verschiedenen Holzmodeln bedruckt waren. Kriegsschauplätze, Stadtansichten, Landschaften nach Werken alter Meiter wirken auf den ersten Blick wie gemalt. Die schönsten erhaltenen Stücke sind noch heute im Kasseler Tapetenmuseum zu bewundern.
Um 1830 machte die Erfindung des Rundschöfsiebes die Herstellung von Endloschöpfapier möglich. Damit war der wichtigste Schritt zur industriellen Produktion der Tapete getan. Als entscheidende Neuerung wurde der Rotationsdruck eingeführt. Die anfangs noch Dampfbetriebenen Maschinen ermöglichten eine enorme Produktonssteigerung und günstigere Preise. Auf den riesigen Trommeln der Leimdruckmaschinen konnten bis zu 18 Farben gleichzeitig gedruckt werden. Die Druckwalzen aus massivem Holz wurden von Formstechern kunstvoll mit Metallstegen bestückt, größere Farbflächen mit Filz ausgefüllt.
Auf Dauer erwies sich diese kunsthandwerkliche Art der Walzenherstellung als unrationell, die Druckleistung als zu gering. Der Nacheinanderdruck einzelner Farben auf den “Schnell-Läufern” ist gleichmäßiger und zügiger. Die Tapete ist sauber, schnell und flexibler geworden – das Produkt Tapete noch besser und preiswerter.

Quelle: “Das 1×1 der Tapete” 2009 und “Tapeten” Deutsches Tapeteninstitut, Frankfurt 1994 und 2000

 

Soweit also die kurze Historie der Tapete. Nächste Woche gibts es noch ein bisschen mehr Details wie in welchen Epoche die Tapeten genau ausgesehen haben 🙂

 

polstern

18. März 2018
von inesmatthias
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Matallische Federungen – Teil 2 – Federkerne

Im ersten Teil habe ich bereits die einzelnen Federarten vorgestellt und heute gibt es wissenswertes über Federkerne.

Geordnete Federungssysteme, die aus miteinander verbundenen Einzelfedern bestehen sind Federkerne. Der besondere Vorteil von Federkernen ist, dass sie wesentlich preiswerter sind und einfacher angewendet werden können als geschnürte Federungen aus Einzelfedern. Des Weiteren kann man sie den Maßen und Formen eines Polstemöbels nach anfertigen. Aufgrund der verwendeten Federart und des Aufbaus unterscheidet man folgende Federkernarten:

 

ZYLINDER Federkerne

Diese Federkerne gehören zu den ältesten und klassischsten. Wie schon der Name verrät, besteht er aus zylindrischen Stahlfedern mit einer Drahtstärke von 1,3 – 1,8 mm. Von Hand ineinandergedreht entsteht eine Federungseinheit. Der obere und untere Abschluß bilden oft ein Bandstahlrahmen oder Stahldrahrahmen.
Der besondere Vorteil dieser Federkerne ist, dass an den Stellen die stark beansprucht werden, z. B. Ecken und äußere Federreihen, Federn mit höheren Drahtstärken eingedreht werden.
Ein Zylinderfederkern wird für Rücken – und Sitzpolsterungen eingesetzt.
Durch die manuelle Herstellung ist solch ein Federkern immer noch sehr hochpreisig.

 

BONNELL Federkerne

Dieser Federkern wird maschinell aus Taillenfedern hergestellt. Die oberen und unteren Federringe werden durch Spiralfedern miteinander verbunden. Wie auch beim Zylinderfederkern bilden Bandstahl- und Stalhdrahtrahmen den obere, mitunter auch den unteren Rahmen. Ebenfalls wird er für Rücken- und Sitzpolster verwendet.
Aufgrund ihrer besonderen Konstruktion arbeiten Bonnellfederkerne völlig gerschäuschlos.
Durch die maschinelle Fertigung sind sie auch schon deutlich günstiger als die Zylinderfederkerne.

Normal BONNELL Federkerne

Sie haben eine geringere Anzahl Federn als Zylinderfederkerne. Der Kopfdurchmesser ist größer (ca. 8cm) und sie sind aus Drahtstärken von 1,8 – 2,2 mm gefertigt. Die Zwischenräume der großen Kopfdurchmesser müssen mit einem festen Polsterräger überbrückt werden.
Die verwendete Federart ergibt bei geringer Belastung einen weichen und bei stärkerer Belastung einen härteren Federungseffekt.

Federkerne

Mini BONNELL Federkerne

Sie besitzen eine größere Anzahl an Federn die eine geringere Drahtdicke (1,4 mm) haben. Der Kopfdurchmesser ist hier nur ca. 5 cm groß. Durch Anzahl und Größe der Federn wird ein Federungseffekt erzielt, der etwa dem eines Zylinderfederkerns entspricht.
Preiswert wird er durch die maschinelle Herstellung.

Federkerne

 

GR Federnerne

Der GR Federkern ist ein dem Zylinderfederkern nachempfundener, maschinell hergestellter Federkern.  Der endlose Spezieldraht aus dem er besteht hat eine Dicke von 1,4 – 1,8 mm. Dieser Draht wird zu rechts- und linksgängig gewundenen, knotenlosen Zylinderfedern geformt. In dem Federkern sind die Federn ineinander verschlungen, außerdem oben und unten mit Spiralfederzügen verbunden. Zum Schluß wird der obere und untere Abschluß mit einen umlaufenden Stahldraht gebildet. Dieser wird mit den äußeren Federn verbunden.
Der besondere Vorteil des GR Federkerns ist, dass er mit einer relativ geringen Federhöhe eine gute Tragfähigkeit und Elastizität besitzt.
Darüberhinaus arbeitet er geräuscharm, ist wesentlich leichter, vor allem auch preiswerter als alle anderen Federkernarten.
Hauptsächlich eingesetzt für Auflegematratzen, französische Betten und Polsterliegen findet man ihn folglich selten in Sitzpolstermöbeln. Wenn er mal verwendet wird dann vorwiegend in Schaumstoff eingeschäumt.

Federkerne

TASCHEN Federkerne

Der Taschenfederkern besteht aus Zylinderfedern. Sie sind in kleine Taschen aus Nessel oder Vliesstoff eingenäht. Folglich ist er qualitativ hochwertigster, vorallem aber auch der teuerste Federkern.
Es entsteht zunächst eine lange Reihe eingenähter Zylinderfedern. Diese wird zu einem Federkern geformt. Verbunden werden die Federn im Federkern mit Kammern oder Bindfäden. Ein angenähter Kantendraht bildet den ober und unteren Abschluß.
Taschenfederkerne sind besonders weich, punktelastisch und anschmiegsam.Weil jede Feder eine Stoffummantelung hat arbeitet er völlig geräuschlos.
Aufgrund ihres hohen Preises werden sie folglich nur in hochwertigen Polstermöbeln, französischen Betten und Auflegematratzen eingesetzt.

 

Jetzt weißt Du wieder ein Bißchen mehr in Sachen Polsterung und Du kannst Dir beim Kauf eines Sitzmöbels oder einer Matratze von keinem mehr was vormachen lassen. Du weißt jetzt welche Federung wie hergestellt wird und welchen Preis sie in etwa im Vergleich haben darf.

Falls Du daheim eine Sitzmöbel hast welches mal wieder eine neue Polsterung braucht oder auch nur einen hübschen neuen Bezug….dann melde Dich super gerne bei mir 🙂

 

polstern

11. März 2018
von inesmatthias
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Metallische Federungen – Teil 1

FolglichEs gibt viele Arten einem Sitzmöbel ein bequeme Polsterung zu geben. Es wird unterschieden zwischen metallischen Federungen und Gurtung (elastisch oder unelastisch). Jede dieser beiden Arten hat Vor- und Nachteile. Bei beiden ist wichtig zu wissen wie das fertige Polster aussehen soll.

Aus aktuellem Anlaß (ein lieber Freund geht seinem Traum nach und dabei spielt die Polsterung für ein Bett ein große Rolle) möchte ich Euch heute etwas über die Federungen aus Metall wissen lassen. Wie sie aussehen, was sie können und welche Art für welche Polsterung die beste Wahl ist.

Federarten

Federn werden in drei Kategorien aufgeteilt:

  • Zu den Sprungfedern gehören Zylinder (1)-, Taillen (2)- und Kegelfedern (3)
  • Nosag (4)- und Stufeggfedern sind sogenannte Flachfedern
  • Zugfedern gibt es zweierlei beim Polstern: Spiralfedern (5) und Federbänder (6)

Federungen

 

Manche der Federarten werden nicht nur einzeln sondern zu einem großen, sogenanntem Federkern oder Federkrob verarbeitet.

  • Ein Zylinderfederkern (B) besteht ausschließlich aus Zylinderfedern. Der Bonellfederkern (C) ist nur aus Taillenfedern hergestellt. Werden die Zylinderfedern in kleine Taschen eingenäht, spricht man von Taschenfederkern (A).
  • Ausschließlich Kegelfedern findet man im Federkorb (D)

Federungen

So unterschiedlich all diese Federungen auch sind, eines haben sie gemeinsam:
Alle Federn erhalten eine Oberflächenbeschichtung. Diese kann verzinkt, verkupfert oder lackiert sein. So kann der Stahldraht aus dem sie hergestellt sind nicht rosten.

 

Anforderungen an metallische Federungen

  • Höhenbeständigkeit
  • gute Federwirkung bei Belastung
  • angenehme Druckverteilung
  • Gerschäuschlosigkeit der Federung

 

 

Interessante Einzelheiten über die bereits vorgestellten Federarten

 

Sprungfedern

In gepolsterten Sitzen werden Sprungfedern verwendet, um dem Polster die erforderliche Weichheit und Elastizität zu geben. Diese Federn wurden weit Ende des 18. Jahrhunderts (1784) erstmals als Unterfederung verwendet. Der Polsterer drehte die Feder mit einer sogenannten Federrolle. Das macht natürlich heute niemand mehr. Diesen Job haben mittlerweile spezielle Maschinen übernommen.
Der Draht wird auf die gewünschte Stärke gezogen – gehärtet – kann lackiert oder auf galvanischem Wege verkupfert bzw. verzinkt werden.

Zylinder-, Taillen- und Kegelfedern werden in verschiedenen Drahtdicken – Ringdurchmessern – Höhen und mit unterschiedlicher Anzahl von Gängen (Windungen) hergestellt. Nach Art ihrer Verwendung (Sitz,- Rücken- oder Armlehnen) werden sie so unterschieden.

Federungen

Bei genauer Bezeichnung einer Sprungfeder sind folgende Angaben erforderlich:

Gangzahl = Sie wird ermittelt indem man die Windungen der Feder von oben nach unten zählt. Zusätzlich ist wichtig, dass man gegenüber des Knotens beginnt (siehe Bild)
Drahtdicke = wird in mm angegeben
Federhöhe = wird an der gegenüberliegenden Seite des Federknotens gemessen
Kopfdurchmesser = oberer Ringdurchmesser, bei Taillenfedern zusätzlich den Taillendurchmesser

In der Praxis werden die Federn meist nur mit der Gangzahl und der Drahtdicke bezeichnet. Eine 7/38er Feder hat somit 7 Gänge und eine Drahtdicke von 38 mm. Für die Festigkeit und Weichheit einer Polsterung mit Sprungfedern werden die Federn nach Gangzahl und Drahtdicke ausgewählt.

Eine Feder erhält die notwendige Spannkraft wenn sie um ca. 1/3 ihrer ursprünglichen Höhe zurückgeschnür wird.

 

Flachfedern

Wie bei so manchen Dingen, ging die Entwicklung der Flachfedern von Deutschland aus. Bereits 1930 wurde ein Federtyp – NO – SAG – hier erfunden. 1932 wirde die Lizenz von den USA übernommen und von dort kamen sie 1946 wieder zurück.
In Polstermöbeln aber auch z.T. in Kraftfahrzeugen kann man oft eine Polsterung finden, die auffällig flach ist. Dennoch ist sie elastisch und federnd. Mit Sprungfedern, selbst bei einer niedrigen Federhöhe und kleiner Gangzahl, wäre das nicht zu erreichen. Flachfedern werden für Sitz- und Rückenpolsterungen eingesetzt. Sie werden ohne Unterfederung mit Scharnieren auf dem Polsterrahmen befestigt. Mit Verbindungshaken oder Gummiringen untereinander verbunden erhalten die einzeln angebrachten Federn eine federkernähnliche Funktion.

Federungen

Die Flachfederung erfüllt die Bedingung einer Doppelfederung: Kein Nachlassen der ursprünglichen Federhöhe. Kein Ausdehnen bei ständiger Belastung. Bei starker Belastung Gegendruck nach oben.

 

Zugfedern

Spiralfedern sind gewickelte Federn mit Durchmessern von 1,8 – 3,2 cm. Ihre Enden sind zu Ösen geformt. Federbänder sind flache Spiralfedern mit einer Breite von ca. 1,5 cm. Beide Varianten werden als federnder Untergrund für Sitz- und Rückenpolsterungen sowie bei Matratzen eingesetzt.

Federungen

 

Federkörbe

Stuhlsitze erhalten manchmal einen Federkorb. Die Kegelfedern sind durch Verbinungsklammern auf Trägerbändern aus Bandstahl befestigt. Die oberen Ringe der Außenfedern werden an den Sitzrahmen gespannt und mit Nägeln oder Schrauben befestigt. Die Oberfläche soll nach den Seiten hin abfallen.
Solch einen Federkorb verarbeiten die Raumausstatterazubis in ihrer Zwischenprüfung 🙂

Federung

 

 

 

 

 

 

 

ENDE der metallischen Federungen  – Teil 1. Ich finde es total spannend wie wichtig es ist welche Federung für welches Vorhaben eingesetzt wird. Besonders relevant ist schon ganz am Anfang zu wissen wie das fertige Sitzmöbel aussehen soll. Aufgrund dessen wird die richtige Unterfederung ausgesucht.

Im zweiten Teil möchte ich Euch einiges über Federkerne wissen lassen.

 

Noch Fragen….wie immer….Post an mich 🙂

Ines Dänzer

4. März 2018
von inesmatthias
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Im 2. Lehrjahr – Zwischenprüfung

Irgendwann im Laufe des Februars ist es jedes Jahr so weit……die Zwischenprüfung im Raumaussatterhandwerk naht.

Wie jedes Jahr hat jeder Azubi etwas Bammel, weil niemand so ganz genau weiß was auf ihn zukommt. Natürlich gibt es da die offizielle Einladung von der Handwerkskammer und auch viel Infos in der Schule, dennoch reicht das irgendwie einfach nicht.

Deswegen dachte ich mir, ich zeig Euch einfach mal was die Anforderungen und wie sie umzusetzen sind.

 

Zwischenprüfung

Teil 1: Boden

In das Bodenbrett wird ein CV-Belag eingeklebt und eingeschnitten. Ein Nahtschnitt muss ausgeführt werden, ein Hartkernsockel passgenau mit einer Innen- und einer Außenecke gestanzt.

Zwischenprüfung Zwischenprüfung

 

 

Teil 2: Deko

Ihr müsst nichts weiter tun als eine vorhandenen Schiene mit Schnurzug in der Koje montieren und fertig mitgebrachte Fensterdekoration fachgerecht anbringen. Dazu kommt das Nähen eines 40×40 cm Kissens mit Reißverschluss.

Zeischenprüfung Zwischenprüfung

 

 

Teil 3: Polstern

Polstern und Beziehen eines Flachpolsters für einen vorgegebenen Stuhl.

Zwischenprüfung Zwischenprüfung

 

 

Teil 4: Wand

Es gilt 3 raumhohe Bahnen Tapete (ohne Rapport) an die Wand zu bringen. Hierbei muss einmal fachgerecht um die Ecke und einmal auf Stoß tapeziert werden.

Zeischenprüfung Zwischenprüfung

 

Kurz und knapp zusammengefasst und mit nachgestellten Fotos gezeigt wie die Zwischenprüfung in etwa aussieht. Ich denke, dass es vielen geht wie mir….wenn ich einmal gesehen habe wie etwas aussehen soll oder zu machen ist, dann kann ich es auch leichter umsetzten.

Wenn noch Fragen von den zukünftigen Azubis sein sollten dann schreibt mir einfach. Ich freu mich auf jede Mail 🙂

 

 

 

 

 

 

Ines Dänzer

25. Februar 2018
von inesmatthias
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Stilkunde mal anders

Stilkunde ist ein elementar wichtiger Teil der Raumausstatterausbildung. Er befaßt sich mit den verschiedenen Zeitepochen der Ausstattung von Räumen. Natürlich dürfen hierzu auch die dazugehörigen Designer nicht fehlen. Sie haben jede Epoche entscheidend mitgeprägt.

Die Kerschensteinerschule in Stuttgart Feuerbach bildet jedes Jahr Raumuasstatterazubis in Theorie und Praxis aus und dass die Theorie der Stilkunde nicht immer in einem Klassenzimmer statt finden muss könnt ihr hier lesen:

 

Stilkunde mal anders

Wie bereits in den letzten Jahren machte sich auch dieses Jahr das dritte Ausbildungsjahr auf den Weg nach Weil am Rhein in das Vitra Design Museum.

Im Schaudepot begaben sich die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe einer professionellen Führung auf eine Zeitreise durch das Möbeldesign von 1800 ins Jetzt.

Stilkunde  Stilkunde

Insgesamt umfasst die Sammlung des Vitra Design Museums heute circa 20 000 Objekte. Den Kern bildet ein etwa 7000 Stücke umfassender Bestand an Möbeln, der fast alle wichtigen Epochen und Protagonisten des Designs umfasst. Die Dauerausstellung in der Haupthalle des Schaudepots ist chronologisch gegliedert. Die Einblicke in die weiteren Sammlungsbestände im Untergeschoss haben thematische Schwerpunkte. Schülerinnen und Schülern wird es ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen des Museums zu bekommen. Dort gehen Konservatoren und Kuratoren täglich mit den Sammlungsobjekten um.

Ines Dänzer  Stilkunde

Nach dem Besuch im Schaudepot ging es für die Schülerinnen und Schüler in das VitraHaus. Dort findet man Anregungen für die eigene Einrichtung und Ideen für die

Gesellenprüfungsmappe

in den verschiedenen Wohnsituationen. Man begibt sich auf eine Entdeckungsreise durch Design und Stilkunde zum Anfassen.

Stilkunde  Stilkunde

Im Vitra Design Museum gibt es wechselnde Ausstellungen. Bei unserem diesjährigen Besuch konnten wir die Ausstellung Charles & Ray Eames. The Power of Design besuchen.

 

Ihr seht also, Stilkunde ist zwar viel zu lernen und auch wichtig in unserem Job. Trocken muss es aber nicht sein! Für anschaulichen Unterricht sorgen die tollen Lehrer der Kerschenseinerschule und für diesen Bericht vom Ausflug in die Stilkunde danke ich ganz herzlich der Technologie Lehrerin Michaela Petermann 🙂 Bei Ihr seid ihr super aufgehoben!

Ich freue mich schon auf den Artikel der Azubis, die sich jetzt 3 Wochen in Frankreich befinden um sich anzusehen was Raumausstatter dort tun……und ich verspreche Euch, der Beruf dort ist etwas völlig anderes 😉

 

 

Ines Dänzer

18. Februar 2018
von inesmatthias
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Raumprobe – Material über Material

Weiterbildung ist für uns Raumausstatter/innen unerlässlich. Das ganze Jahr über gibt es neues Material zu entdecken und zu verarbeiten. Um unsere Kunden optimal beraten zu können hat die Raumausstatter- und Sattlerinnung Stuttgart für Ihre Mitglieder eine tolle Führung in der

Raumprobe

 

organisiert. Das Unternehmen gibt es mittlerweile mehr als 10 Jahre. Jeder Hersteller hat hier die Möglichkeit sein anzubietendes Material auszustellen, wodurch diese Dauerausstellung auch finanziert wird. Über 50.000 Muster könne angeschaut, angefasst und teilweise auch mitgenommen werden. Dazu kommt noch eine ganz toll gepflegte Datenbank über die man alles Wissenswerte über die Materialien finden kann. Diese Ausstellung ist für alle Architekten, Designern, Industrie und Handwerk einfach nur zu empfehlen.

Schon der Eingang zum Gebäude in dem die Raumprobe untergebracht ist lässt erahnen, dass sich hinter den Mauern grandios verbirgt….

Ines Dänzer

…und im Gebäude geht es grad so weiter…..

Ines Dänzer

Im 2. Stock angekommen wurden wir von Herrn Schmitt sehr herzlich empfangen. Er gab uns zu Beginn unserer 60 minütigen Führung die wichtigsten Infos über die Raumprobe und erklärte uns die tolle Datenbank in der alle ausgestellten Materialien zu finden sind, zeigte uns die Vorteile einer Mitgliedschaft auf und überzeugte dann durch sein großes Wissen über all die vielen Ausstellungsstücke. Natürlich blieb der Spaß auch nicht auf der Stecken 🙂

Ines Dänzer

 

Material

 

Ein paar vorgestellte Materialien haben mich völlig überrascht und die möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten:

*Da gibt es einen Werkstoff aus Kohlefaser, der nichts anderes ist als eine Flächenheizung (1). Millimeter dünn und seine Einsatzmöglichkeiten sind quasi grenzenlos: Nassbereich, Dusche, Boden, Wände…..überall dort wo man frieren könnte.

*Der Hersteller von Kettenhandschuhen für das Metztgerhandwerk hat weitergedacht und herausgekommen ist ein Material aus Edelstahl. Das Ringgewebe (2) kann nahezu in jeder Größe hergestellt werden und sieht augehängt aus wie ein fließender Stoff. Verwendung hat dieser Kettenvorhang bereits im Daimler Benz Museum und an der Fassade einer Swarovskifiliale gefunden.

*Den Materialpreis 2013 hat der Alu-Schaum (3) abgeräumt. Trotz der ca. 1 cm Stärke des Materials ist es durch ein neues Verfahren möglich, dass diese ca. Din A4 große Platte federleicht ist. Wer nicht auf den Alulook steht für den gibt es auch die Variante Hexenhäuschen/Lebkuchenlook (4).

*Ein letztes Material hat mir in Sachen Design am besten gefallen und ich überlege schon fieberhaft wo ich es einsetzten kann 🙂 Es wird ausschließlich aus Altglas hergestellt. Die weiße Platte (5) aus 6-8 mm dicken Weißglas-Industrieabfällen, die grüne Platte (6) ausschließlich aus HEINEKEN Bierflaschen, wie uns Herr Schmitt verraten hat.

Wenn Ihr ganz Genaues über die Materialien wissen wollt, ich hab Euch den Link zur Datenbank direkt hinterlegt. Einfach klicken.

Material

Zum Schluß noch ein kurzer Einblick wie toll diese Dauerausstellung aufgebaut ist:

Material

 

Jetzte wünsche ich Euch viel Spaß bei Eurem ersten Besuch in der Raumprobe und freue mich auf ganz viel Kommentare.

Ines Dänezr

12. Februar 2018
von inesmatthias
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Prüfung bestanden – Fünf neue Gesellen/Gesellinnen

Herzlichen Glückwunsch an die neuen Gesellen und Gesellinnen 🙂 Die erste Februarwoche stand ganz im Zeichen der Prüfung des Raumaustatterhandwerks.

Bevor es jedoch zum praktischen Teil der Prüfung geht müssen sich die Prüflinge vorher Gedanken machen wie sie den Raum, der ihnen zur Verfügung steht, gestalten wollen…..Welches Thema soll meine Mappe bekommen, welche Tapete an Wand und Decke tapeziert werden? Stoff für Wandbespannung und Fensterdekoration? Welcher Teppich sieht toll aus und lässt sich auch gut verarbeiten für ein Fries, eine Intarsie oder auf einer Treppe? Wie soll die Polsterung für den Stuhl aussehen und mit welchen Stoff soll er bezogen werden? Wie so eine Mappe/ Kundenauftrag aussehen kann zeige ich euch in einem extra Artikel.

Am Montagmorgen um 8:00 Uhr war Startschuss zur Prüfung mit der Begrüßung vom Prüfungsvorsitzenden Herrn Szüsz. Die anwesenden Prüfer wurden vorgestellt, der Ablauf der Prüfung erklärt, auf Unfallverhütung hingewiesen und zu guter Letzt der wichtigste Paragraf der Prüfungsordnung “Täuschungsversuch” vorgelesen und um Punkt 8:30 Uhr ging es dann mit dem Arbeiten am Prüfungsprojekt los.

Die Stimmung war, so weit ich es als Prüferin (dieses Mal außer Dienst) beurteilen, super. Alle fünf haben fleißig gearbeitet aber auch der Spaß an der Sache kam nicht zu kurz. Immer war etwas Zeit zum Quatschen…manchmal auch zum gegenseitig Tips geben (nicht verraten *gg)

 

Eindrücke zur Prüfung

Die beiden Damen die Prüfung hatten habe ich gebeten mir einen kurzen Einblick darüber zu schreiben wie sie die 5 Tage empfunden haben.

 

Cindy hatte das Thema “Schwarz trifft Grün” und ich finde in der Koje passt einfach alles zusammen:

“Ich habe meine Prüfung letzte Woche gemacht….was soll ich sagen….es ist etwas völlig anderes wie wenn man mit einem ausgelernten Facharbeiter auf der Baustelle ist. Immer kann man nachfragen wenn etwas unklar ist und einfach Zeit hat seine Arbeit zu machen und auch mal rumtüfteln wenn nicht alles auf Anhieb passt. In der Prüfung ist man da voll auf sich selbst gestellt. Klar geben die Prüfer ab und an auch mal Tips (wenn sie sehen, dass ewas ganz aus dem Rude läuft) und auch die Mitazubis kann man mal was fragen aber der Großteil muss einfach alleine geschafft werden. Meine Koje ist trotz Zeitdruck super geworden.
Kleinigkeiten die ich hätte anders machen können: Zum Tapezieren eine Vliestapete nehmen und an meiner Treppe ein anderes Kantenprofil. Aber vorbei ist vorbei. Ich habe bestanden und jetzt geht’s richtig los 🙂

Ich hatte das Glück in einer super Firma lernen zu dürfen. In allen Bereichen wurde ich toll ausgebildet. Chefin und Chef haben mich bei den Prüfungsvorbereitungen und zum Aussuchen der Materialien ganz toll unterstützt. Nicht zu vergessen die Motivation die ich jeden Tag von meiner Ausbilderin bekommen habe….jeden Morgen eine motivations Whatsapp, in der Mittagspause und abends ein Telefonat (das war soooo wichtig)!
DANKE an Fam. Müller, Marcel, Kerstin, Andy, Demy, Martin und Ines!”

Prüfung

Die Macht war mit ihr und auch Lisa hat ihr Thema “Star Wars ” super umgesetzt:

“Seit Wochen freute ich mich schon auf die Prüfung, ich konnte es kaum erwarten anzufangen. Ich kam morgens gut gelaunt zur Prüfung und ich muss zugeben, aufgeregt war ich schon aber im positiven Sinne. Er ging mir nicht nur darum zu beweisen was ich kann, sondern es genauso aufzubauen wie ich es mir vorstellte und eine gute Qualität abzuliefern. Der Zeitdruck unter dem ich stand brachte mich oft zum Verzweifeln und an meine Grenzen. Aber letztendlich hat es doch gut geklappt und ich war selbst überrascht und begeistert von meiner Arbeit. Würde es ein 2. Mal geben würde ich nicht viel anders machen….vielleicht keine Papiertapete an die Decke tapezieren ;). Letztendlich hat es doch gut geklappt!”

Prüfung

 

Es ist einfach immer wieder toll zu sehen was die Damen und Herren in ihrer Prüfung alles leisten. Ich bin schon so auf den Sommer gespannt was die neuen Prüflinge so an Themen für ihre Kojen haben. Aber erstmal dürfen alle im 2. Lehrjahr Ende Februar ran und in ihrer Zwischenprüfung zeigen was sie schon alles gelernt haben.

Was haltet Ihr von den tollen Kojen….jemand unter Euch der unbedingt etwas davon in seinem Zuhause haben möchte??? 🙂 🙂

Wand

5. Februar 2018
von inesmatthias
2 Kommentare

Eine Wand – Verschiedene Untergünde

Was fällt Euch ein wenn es darum geht eine Wand in Eurem Zuhause neu zu gestalten? Ich rate einfach mal und vermute, dass die ersten beiden Gestaltungsarten die Euch einfallen Streichen und Tapezieren sein werden. RICHTIG?!

Jahhhaaaa, wenns denn sooo einfach wäre 🙂

Mittlerweile gibt es im Bereich der Raumausstattung so viel wundervolle Möglichkeiten Wände in Szene zu setzen, dass für mich einfach nur Streichen die aller letzte Variante wäre. Da wären z.B. die Wand- oder Deckenbespannung, Tapezieren von hochwertigen Tapeten aller Art, Spachteltechniken,….. Versprochen, ich werden über jede einzelne Art einen Artikel schreiben 🙂

Für all diese unzähligen Arten der Wandgestaltung ist ein Arbeitsschritt einer der wichtigsten:

Die Untergrundprüfung der Wand

 

Ein Untergrund für Wandbeläge und Tapeten muß:

*trocken,

*sauber,

*fest,

*neutral,

*tragfähig,

*leicht saugfähig,

*frei von Unebenheiten und Rissen sein

 

All diese Dinge müssen von uns Raumausstattern geprüft werden bevor wir einer Wand ihr neues Gesicht geben. Dazu gibt es viele verschiedene Möglichkeiten dies zu prüfen. Hier ein nur ein paar Prüfmöglichkeiten:

– Durch Augenschein kann die Feuchtigkeit überprüft werden. Auch mit Hilfe einer Folie, die luftdicht auf die Wand geklebt wird. Bildet sich nach 12-24 Std. Schwitzwasser hinter der Folie, ist die Wand zu weiteren Bearbeitung noch viel zu feucht.

– Die Oberflächenfestigkeit lässt sich durch Abreiben mit der Hand oder Kratzen mit einem festen, kantigen Gegenstand feststellen. Lose und nicht tragfähige Flächen sollten dann entfernt und ausgebessert werden, absandende Putze entfernt und mit Grundbeschichtungsstoff gefestigt werden.

– Die Saugfähigkeit kann ganz leicht durch die Benetzungsprobe festgestellt werden. Zieht das Spritzwasser schnell in die Wand ein ist sie zu saugfähig und muß vorgestrichen werden.

– Kleine Risse sollten unbedingt mit geeigneten Unerlagsstoffen überbrückt und große Risse müssen mit Armierungsgewebe geschlossen werden.

Ihr seht also, mal kurz eine Wand neu gestalten ist gar nicht so einfach wenn man wirklich alles richtig machen will. Wir Raumausstatter/innen lernen all diese Prüfmethoden und noch viele andere mehr in Theorie und Praxis , dass wir unseren Kunden immer das best möglichste Ergebnis präsentieren können.

 

Wenn Ihr noch mehr über Prüfmethoden erfahren wollt…..schreibt mir einfach. Ich freue mich auf Mails 🙂

 

polstern

21. Januar 2018
von inesmatthias
2 Kommentare

Polstern – Die Entwicklung vom Holzbrett zum Sofa

Was bedeutet polstern eigentlich?

Der Ausdruck Polster bezeichnet jede Art von überzogener Bestuhlung. Von der einfachsten Art einen Stoff über eine harte Fläche wie z.B. ein Holzbrett zu spannen bis hin zum gefederten und kunstvoll gepolsterten Sofa. Die Polstermöbel können vom Holzgestell von Grund auf neu gepolstert werden aber auch alte Stücke können restauriert werden. Der Arbeitsaufwand des Restaurierens hängt von der Beschaffenheit des Möbelstückes ab. Er nimmt vom einfachen, gepolsterten Sitz bis hin zum großen Sofa mit gerundeten Armlehnen und eingehefteten Knöpfen zu. Polstern ist keine Schnell-Schnell-Sache.

 

Polstern ist kein oberflächlicher Zeitvertreib, es ist harte Arbeit.

 

Mit der Erfindung der Spiralfeder 1828 entstand das Polstern im heutigen Sinne. Vorher wurden das Aussehen und die Zweckdienlichkeit eines Möbels von der Form, Gestaltung und Verzierung des Holzes bestimmt.

Wenn man sich im Mittelalter einmal setzte, dann auf ein niedriges Holz- oder Steingesims entlang einer Wand, welches allerhöchstens mit Fell oder Teppich bedeckt war. Der Vorteil dieser Art von Sitzmöbel war, dass man von hinten nicht angegriffen werden konnte und dass der Haushalt bei drohender Gefahr verlegt werden konnte, da keine schweren Möbel transportiert werden mussten. Nur bequem war anders.

 

Die erste Sitzbank…

…entwickelte sich aus freistehenden Möbeln die bankartig konstruiert waren. Jedoch wurde der dreibeinige Hocker zu der am meisten genutzten Sitzgelegenheit. Er stand stabiler als auf vier Beinen. Seine Sitzfläche bestand meist aus einem Stück Leder welches einfach nur eingehängt wurde und deutlich bequemer war als ein simples Holzbrett. In späteren Zeiten entwickelte man für wichtige Gäste einen anspruchsvolleren Sitz mit Arm- und Rückenlehne. Bis zum 15. Jahrhundert jedoch blieb er eine Seltenheit. Mit dem Erschaffen der X-Konstruktion konnten Stühle zusammengefaltet und getragen werden. Diese Konstruktion überlebte ihre ursprüngliche Funktion und findet sich dann an schweren und reich verzierten Stühlen wieder, die aber immer noch gerade waren. Das erste Zugeständnis war eine leichte Neigung der Rückenlehne, die sich der menschlichen Körperform anpasste.

polstern

Kissen aus Rosshaar, Fell und Moss waren die ersten Versuche Sitzmöbel zu polstern. Direkt am Rahmen befestigte Polsterungen fand man erst ab Ende des 16. Jahrhunderts. Arm- und Rückenlehnen folgten erst später.

Das Verlangen nach bequemeren und aufwendigen Sitzmöbeln stieg. Die Sitzflächen und Rückenlehnen wurden mit Wolle, Haar oder Stoff gepolstert und mit kostbaren Stoffen wie Samt oder Brokat überzogen. Natürlich durften die reichlichen Verzierungen nicht fehlen. Das kleine Sofa von 1700 war früher mal die Sitzbank und das neu kreierte Ruhebett, eine Art verlängerter Sitz ohne Rückenlehne und mit einem festen oder verstellbaren Kopfende, wurde immer beliebter.

polstern

Das Möbeldesign…

…des 18. Jahrhunderts wurde von Schönheit und Funktionalität bestimmt. Es wurden Stühle entwickelt, die sich zum Lesen, Teetrinken, Kartenspielen und Plaudern eigneten. Völlige Entspannung gewährte trotzdem kein Stuhl. Der Rahmen war immer noch von größter Wichtigkeit, an ihm und nicht am Polster wurde die Mode des 18. Jahrhunderts ausgeführt:

Verschnörkeltes Rokoko, bizarre Chinoiserie, zurückhaltender Neo-Klassizismus und zarter Sheraton.

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam es in Mode, sich auf allerlei Sofas, Chaiselongues oder Ottomanen ohne Rücken- und Armlehnen zu rekeln. Vorher legten sich lediglich Alte und kranke Menschen tatsächlich auf ein Sofa.

Die Struktur des Polsterns hingegen unterlag dem Wechsel der Mode nicht. Sie blieb weiterhin ein Übereinanderschichten von Wolle oder Rosshaar. Umwälzende Neuerungen brachte erst das Aufkommen der fast unbegrenzt elastischen Sprungfedern. Die Viktorianischen Möbel mit riesigen Ausmaßen, Federung an Sitz, Rücken- und Armlehnen und üppig gemusterten Bezugsstoffen, so hässlich sie aus heutiger Sicht auch sein mögen, trugen dazu bei, die Techniken des modernen Polsterns zu entwickeln.

polstern

Leider sind die Fertigkeiten des traditionellen Polsterns der Massenproduktion zum Opfer gefallen. Schaumstoffe treten an die Stelle von Rosshaar, Wolle, etc. Aber auch in der heutigen Zeit lohnt es sich, Lieblingsstücke auf die alte Weise zu polstern. Es ist aus heutiger Sicht zwar die teurere und aufwendigere Variante, aber eben auch die, an der Sie deutliche länger Freude haben. Der Sitzkomfort ist auf Sprungfedern viel besser und das traditionelle Handwerk des Polsterns ist deutlich langlebiger als eine Lage Schaumstoff der mit Dyolenvlies und Stoff bezogen wurde.

 

Fragen dazu?

Raumausstattung

7. Januar 2018
von inesmatthias
Keine Kommentare

Raumausstattung 2018 – Tiefe Einblicke

Auf meiner Facebook Fanpage habt Ihr mich schon etwas kennenlernen dürfen. Meine ganze Geschichte vom Abschluss der Realschule bis hin zum Meisterabschluss könnt Ihr hier nochmal ganz genau nachlesen. Alle, die mich schon auf Facebook begleiten wissen, dass es am Mittwoch immer den “Tip der Woche” gibt, kleine hilfreiche Tricks und Kniffe mit denen ich schon einigen im Alltag weiterhelfen konnte. Dienstags ist Zeit für Einblicke in die Vielfältigkeit und die Möglichkeiten der Raumausstattung. Natürlich darf ein bisschen Spaß nicht fehlen, Zitate für einen guten Start in die Woche und die neuestes Trends und Wissenswertes aus den aktuellen Zeitschriften für die Raumausstattung.  Ich freue mich wenn Ihr mal vorbeischaut, eine Kommentar und/oder ein Like hinterlasst 🙂

Und ab heute ist es so weit…….

…..jetzt gibt es für meine Leidenschaft -die Raumausstattung- auch einen Blog. Hier geht es ans Eingemachte. Nicht nur kleine Tips und Tricks, kurze Videos mit ein bisschen Einblick in die Raumausstattung, sondern:

 

*Es ist nicht einfach NUR Bodenlegen

*Eine Wand sollte auch noch anderes sehen außer Rauhfaser

*Polstern kann man traditionell oder modern

*Für Fenster gibt es auch schon moderneres als Omas Gardine

*Was treiben Lehrer und Azubis eigentlich in der Berufsschule

*Warum ist die überbetriebliche Ausbildung so klasse

*Zwischen- und Abschlussprüfung sind nicht so schlimm wie viele denken

 

Es ist also für jeden etwas dabei…..für diejenigen die einfach Spaß und Freude daran haben über die Raumausstattung mehr zu erfahren, für Azubis die noch etwas dazu lernen wollen oder neugierig sind, was in ihre Ausbildung noch alles spannendes passiert, für Ideensucher und für alle, die zwar schon mal von der Raumausstattung gehört haben, aber sich nie getraut haben zu fragen was wir eigentlich tun und ob wir auch die richtigen Handwerker/innen für ihr Anliegen sein könnten.

Raumausstattung….

….dieses Handwerk hat eine lange Geschichte, die in den Schlössern dieser Welt begann, sich bis heute immer weiterentwickelt hat und schließlich Einzug in alle Privat- und Objektbereiche gehalten hat. Scheut Euch also nicht, mich zu fragen ob ich etwas für Euch tun kann wenn Ihr aus Eurer Wohnung ein Zuhause machen wollt. Ich habe ein sehr großes Netzwerk, so dass immer genau der richtige Experte tätig werden kann. Wohnträume werden wahr.

 

Ich freue mich auf Euch.

 

 

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