Zwischen Originalität und Angepasstheit

Vitamin D – bei allen Beschwerden?

In den vergangenen Jahren spricht man immer mehr über Vitamin D. Der Trend Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel dem Körper regelmäßig zuzuführen, hat erheblich zugenommen. Es gibt immer mehr Fürsprecher der Vitamin-D-Supplementierung.

Was ist Vitamin D?

Vitamin D ist ein Sammelbegriff. Vitamin D ist ein Hormon. Vitamin D ist ein fettlöslicher Stoff und wird daher im Körperfett gespeichert.

Vitamin D wird aus den anti-rachitischen Wirkstoffen der Steoriden 7,8 Dehydrocholesterol und Ergosterol gebildet.

Wie entsteht Vitamin D?

Körpereigene Synthese und Speicherung

Der menschliche Körper hat zwei Quellen um das Vitamin D zu beziehen:

  • die Nahrung,
  • die Sonnenstrahlen, die für 80%-90% des Tagesbedarfes zuständig sind.

 

Vitamin-D-Versorgung über Nahrungsmittel

Der Tagesbedarf des menschlichen Körpers wird nur zu 10%-20% aus Nahrungsmitteln gedeckt. Der Grund dafür ist, dass nur wenige Nahrungsmittel einen relevanten Anteil an Vitamin D enthalten. Die Top Vitamin D-Lieferanten sind Lachs, Hering, Makrele, Aal, gefolgt von Leber, Eier, Champignons, Steinpilze Pfifferlinge, Butter, künstlich mit Vitamin D angereicherte Margarine.

Vitamin D wird in der Form Cholecalciferol aus der Nahrung resorbiert.

 

Vitamin-D-Versorgung über Sonnenlicht

Durch Sonnenbestrahlung wird in der Haut aus 7,8 Dehydrocholesterol und Ergosterol Vitamin D3 als Cholecalciferol synthetisiert. Dies ist nur möglich, weil Vitamin D3 eigentlich ein Hormon ist. Die Bezeichnung Vitamin ist irreführend. Die Bildung von Vitamin D3 ist abhängig von Breitengrad, Jahreszeit, Tageszeit, Witterung, Kleidung, Aufenthaltsdauer im Freien, Hauttyp und Verwendung von Sonnenschutzmitteln.

Cholecalciferol ist biologisch inaktiv.

 

Was geschieht im Körper?

In der Leber wird Cholecalciferol in Calcidiol umgewandelt. Das Calcidiol wird im Körper im Fett- und Muskelgewebe gespeichert, woher es im Winter freigesetzt wird um den Körper mit Vitamin D3 zu versorgen. Das Calcidiol hat eine geringe Wirksamkeit. Erst in der Niere durch Hydroxylierung bildet sich die aktive Form von Vitamin D3, das sogenannte Calcitriol.

Calcitriol reguliert zusammen mit anderen Hormonen den Calcium und Phosphat Haushalt im Serum durch aktive Rückresorbtion in der Niere. Calcitriol fördert die Knochenminimalisierung.

Der amerikanische Forscher Prof. Michael F. Holick, Professor für Medizin, Dermatologie, Physiologie und Biophysik ist der Entdecker der aktiven Form von Vitamin D und der Tatsache, dass jede einzelne Körperzelle über die Fähigkeit verfügt, aktives Vitamin D zu bilden.

Die Vitamin-D-Metaboliten werden hauptsächlich über die Gallenflüssigkeit abgebaut und über den Stuhl ausgeschieden.

 

Wie sinnvoll ist die Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels?

 

Der Vitamin-D-Spiegel sollte immer bestimmt werden, wenn die alkalische Phosphatase, der Kreatininwert oder der Parathormonspiegel im Blut erhöht sind, der Calcium- oder Phosphatspiegel zu niedrig ist, wenn ein Verdacht auf Störung des Calciumstoffwechsels besteht, z. B. bei Niereninsuffizienz, Karzinom, usw. Empfehlenswert ist die Bestimmung auch präventiv im Falle von einer Disposition zum Sturz, Depression und bei Herzinfarktrisiko. Es sollten immer die Spiegelbestimmungen von Calcidiol und Calcitriol durchgeführt werden. Leider ist die Aussagekraft der Werte bedingt durch Stoffwechsel und Jahreszeit etwas eingeschränkt, weshalb idealerweise regelmäßige Verlaufskontrollen indiziert sind.

 

Wer sollte auf seinen Vitamin-D-Spiegel achten?

  • Menschen mit dunkler Hautfarbe,
  • Menschen, die sich nur wenig oder gar nicht im Freien aufhalten,
  • Bewohner der Pflegeheime, Pflegebedürftige, Bettlägrige,
  • Menschen ab dem 65. Lebensjahr,
  • Menschen, deren Haut beschädigt ist (Verbrennung, chronische Hauterkrankung),
  • Säuglinge,
  • Schwangere,
  • Frauen in den Wechseljahren,
  • Menschen, bei denen eine chronische Erkrankung bekannt ist, z. B. Morbus Crohn, chronische Lebererkrankungen oder chronische Nierenerkrankungen.
  • Menschen, die sich wenig im Freien aufhalten und ihren Körper vollständig in Kleidung hüllen sei es aufgrund kulturell-religiöser Überzeugungen oder aufgrund von Erkrankung
  • Menschen mit intestinaler Malabsorbtion
  • Menschen, die Antiepileptika einnehmen, z. B. Carbamazepin, Phenytoin
  • Übergewichtige.

Bei Übergewicht kann das im Körperfett eingelagerte Vitamin D nicht mehr ans Blut und an die Zellen abgegeben werden, die es dringend brauchen, was zum Vitamin-D-Mangel führt. Man verrechnet 10% Gewichtszunahme mit ca. 4% Verlust an Vitamin-D.

Auffällig ist, dass Menschen, deren Haut stark pigmentiert ist, zwar einen niedrigeren Vitamin-D-Spiegel im Blut haben, aber  gleichzeitig eine niedrigere Rate an Osteoporose-Erkrankungen bzw. an Frakturen aufweisen.

Es wird empfohlen, sich täglich zwischen 12:00 und 15:00 Uhr für bis zu 25 Minuten der Sonne auszusetzen. Dabei sollen Gesicht, Hände, Arme, Beine, weitestgehend unbedeckt sein. In unseren Breitengraden gilt diese Empfehlung für die Monate März bis Oktober. Von November bis Januar ist die Sonnenbestrahlung nicht intensiv genug, damit der Körper zur Vitamin-D-Synthese fähig ist.

 

Hautärzte warnen vor Sonnenbad

Dank Medien, Werbung, Ärzten meiden die meisten Menschen die Sonne. Es wird von den Gefahren der Sonnenstrahlung gesprochen. Wie immer ist ein Zu-viel gesundheitsschädigend. So kann zum Beispiel übertriebenes Sonnenbaden die Entstehung von Hautkrebs begünstigen. Aber Hautkrebs wird auch gerne begünstigt von einem schwachen Immunsystem, hohem Stress, zu niedrigem Status an Antioxidantien, Vitalstoffen und Mineralien, usw. Zahlreiche Faktoren, die alle zusammenwirken. Das Sonnenlicht allein, reicht nicht aus, und vor allem nicht, wenn man darauf achtet keinen Sonnenbrand zu bekommen.

Vergleiche einfach die Tage, an denen du dich bei Sonnenlicht aktiv im Freien aufhälst. Wie viel vitaler du dich fühlst und um wie viel Lebensfreude du hast, im Vergleich zu den Tagen, die du in geschlossenen Räumen verbringst.

Als Schutz vor den Sonnenstrahlen gibt es ganz große Werbecampagnen für Sonnencremes, -lotions, -milch und –ölen mit hohem Lichtschutzfaktor, die alle für der Kosmetikindustrie in Kombination mit der Angst der Bevölkerung vor Hautkrebs ein sehr lukratives Geschäft darstellen.

Sonnenschutzmittel mit einem relativ geringen Lichtschutzfaktor von 8 vermindern die Produktion von Vitamin D in bedeutendem Maß. Lichtschutzfaktoren um die 15 blockieren die Vitamin-D-Produktion  zu 100 Prozent.

Was geschieht aber, wenn wir uns so sehr vor Sonnenstrahlen schützen, dass die Haut keine Chance mehr hat Vitamin D zu synthetisieren?

 

Wie wirkt sich Vitamin-D auf die Gesundheit aus?

 

Wie fühlt sich Vitamin-D-Mangel an?

Typische Beschwerden:

  • Müdigkeit,
  • verlangsamtes Denken,
  • Depression,
  • Muskelschwäche und –krämpfe,
  • Schmerzen in den Knien und im Rücken,
  • Schlafstörungen,
  • Hautprobleme,
  • erhöhte Anfälligkeit für Infekte und bakterielle Infektionen.

Symptome am menschlichen Skelett:

  • Skelettschmerzen und Knochenverbiegungen verursacht durch Diaphysenschäden,
  • Achsenabweichungen verursacht durch Knieverformungen,
  • Auftreibung bzw. Becherung der metaphysären Wachstumsfugen
    (metaphysäre Wachstumsfuge ist Teil des Knochens, der Ort des Knochenwachstums und  befindet sich zwischen dem Knochenschaft und dem Endstück des Knochens, gleich unterhalb vom Knorpel).

Diese führen zur Entstehung von:

  • Skoliose,
  • Glockenthorax,
  • rachitische Rosenkranz (eine Rippenschwellung)
  • Kyphose

Symptome betreffend das Nervensystem:

  • Neigung zur Tetanie
  • muskuläre Hypotonie
  • allgemeine motorische Entwicklungsverzögerung
  • epileptische Anfälle

Weitere Symptome verursacht durch Vitamin-D-Mangel:

  • Herzrhythmusstörungen, die auf eine Hypokalzämie zurückzuführen ist
  • allgemein erhöhte Infektanfälligkeit
  • Zahnfleischwucherung, die sogenannte Gingivahyperplasie

 

Eine genauere Betrachtung anhand von Studien

Bewegungsapparat

Osteopenie und Osteoporose

Die Einnahme von Vitamin D senkt das Frakturrisiko. Dies haben Studien ergeben, die bei im Pflegeheim lebenden Patienten durchgeführt wurden. Bei Bewohnern die einen hohen Vitamin-D-Spiegel hatten, kam es im Schnitt zu 19% weniger Stürzen, als bei den Bewohnern mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel.

Muskelschwäche und -schmerzen und Fibromyalgie

Der Vitamin-D-Haushalt spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und für die Funktion des Nerven- und Muskelsystems. Bei Vitamin-D-Mangel treten Beschwerden auf wie Myalgie, Adynamie, neurologische Störungen, Orthostatische Dysregulation und Skelettbeschwerden.

 

Immunsystem

Infekte, auch Tbc

Eine angemessene Reaktion unseres Körpers auf Infektionen durch Viren, Pilzen und Bakterien über Interferon scheint abhängig zu sein von der Sättigung der Zellen mit Vitamin D. Das bedeutet, dass ein höherer nachgewiesener Vitamin-D-Gehalt eine bessere TH1-Immunantwort ermöglicht.

Allergien, Asthma und Autoimmunkrankheiten

Etwas unklar ist der Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und Asthma bzw. zwischen Vitamin D-Mangel und Autoimmunerkrankungen wie z. B. Multiple Sklerose, Morbus Crohn, Diabetes mellitus Type 1, systemischer Lupus erythematodes, etc. Unklar, weil es sowohl Theorien gibt, laut denen Vitamin D- Mangel eine Ursache für die Erkrankungen ist, als auch Theorien, aufgrund derer der Vitamin D-Mangel nicht die Ursache, sondern eine Folge der Erkrankungen ist. Ganz egal wie der Zusammenhang ist, das Zuführen von Vitamin D verbessert den Gesundheitszustand. Dies hat eine Studie der University of Colorado belegt, an der knapp 19.000 Personen teilgenommen haben.

 

Kardiovaskuläre Erkrankungen:

Bluthochdruck, Myokardinfarkt

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) konnte beim Gesunden der Einfluss zwischen Vitamin-D-Supplementation und dem Blutdruck nicht nachgewiesen werden. Aber bei bestehendem Bluthochdruck ist ein blutdrucksenkender Effekt des Vitamin D-Gehalts im Körper dokumentiert.

Die DGE hält die Theorie eines Zusammenhanges zwischen Vitamin D und kardiovasculäre Erkrankungen für möglich, nennt jedoch das Metabolische Syndrom als entscheidenden Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten. Unter Metabolischem Syndrom versteht man stoffwechselbedingte Symptome die gleichzeitig und gemeinsam auftreten:

  • starkes Übergewicht mit meist bauchbetonter Fetteinlagerung (Adipositas)
  • Bluthochdruck
  • erhöhter Blutzuckerspiegel (Insulinunempfindlichkeit bzw. -resistenz)
  • gestörter Fettstoffwechsel

Die Health Professionals Follow-up Study hat ergeben, dass das Risiko für einen Myokardinfarkt bei Vitamin-D-Mangel um den Faktor 2,4 höher liegt, als bei denen mit ausreichender Vitamin-D-Versorgung. Zu dieser Studie hat man über einer Dauer von 10 Jahren bei 18.225 Männern im Alter zwischen 40 und 75 Jahren regelmäßig Blut und Herz untersucht. Dabei fiel ein Augenmerk auch auf den Vitamin D-Gehalt des Körpers.

2012 wurde das Ergebnis einer Studie veröffentlicht, bei der das Copenhagen University Hospital über einer Beobachtungszeit von 29 Jahren die Vitamin D-Werte von insgesamt 10.170 Probanden wiederholt ausgewertet hat. Das Ergebnis dieser Studie belegt, dass bei Menschen, die einen hohen Vitamin-D-Spiegel haben, das Risiko an Herzinfarkt zu sterben, sehr gering ist, um 81% seltener als bei Menschen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel.

 

Erkrankungen mit Häufung bei älteren Menschen

In den bisherigen Studien hat man bei Patienten bei denen eines der folgenden Erkrankungen diagnostiziert wurde, unter anderem einen erheblichen Vitamin-D-Mangel festgestellt:

  • Osteopenie und Osteoporose
  • Paradontitis
  • Demenz und Morbus Parkinson
  • Hirnleistungsstörung
  • Schlafstörungen, zum Beispiel obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom, verlängertes Einschlafen und Tagesmüdigkeit

 

Impotentia generandi

In Dänemark haben Reproduktionsmediziner nachgewiesen, dass die Motilität der Spermatozoen von Vitamin-D abhängt. Für die Befruchtung der Eizelle spielt die Motilität der Spermatozoen eine entscheidende Rolle.

 

Krebs und Vitamin-D

Der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Arten von Krebs und dem Vitamin-D-Spiegel der Erkrankten ist widersprüchlich. Es gibt Studien, die einen klaren Zusammenhang beweisen und solche in denen genauso klar bewiesen ist, dass der Vitamin-D-Spiegel keinen Einfluss auf den Krebs und den Krankheitsverlauf hat. So zum Beispiel ist das deutsch Krebsforschungszentrum aus Heidelberg, nachdem es mehrere europäische und US-amerikanische Studien ausgewertet hat, zu dem Schluss gekommen, dass Vitamin-D-Mangel wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Krebsentstehung hat, sich aber negativ auf den Verlauf einer bereits bestehenden Krebserkrankung auswirken könnte. Aus diesem Grund wird generell die vorsorgliche Einnahme von Vitamin-D-Präparaten nicht empfohlen. Aber es gibt Studien laut derer Vitamin-D und Calcium protektiv wirken z. B. bezüglich Dickdarmkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs, Leukämie, Nierenkrebs, Ovarialkarzinom, Pankreaskarzinom, Oesophaguskarzinom, usw.

So ist Professor Holick davon überzeugt, dass die Gabe von Vitamin-D direkt in den Prostata-, Brust- und Darmzellen den ungesunden Zellwachstum verhindern kann.

Cedric Garland, Epidemiologe an der University of California in San Diego/USA, vertritt die Meinung, dass Vitamin-D-Mangel grundlegend an der Entstehung von Tumorerkrankungen beteiligt ist.

Im Juni 2014 wurde eine Meta-Analyse im British Journal of Cancer veröffentlicht, laut der eine Nahrungsergänzung mit Vitamin-D die Sterblichkeit an Krebs ganz signifikant reduzieren könne. Dies belegt  die Studie der Dres NaNa Keum und Edward Giovannucci von der Harvard School of Public Health in Boston. Die beiden Wissenschaftler analysierten in sieben randomisierten kontrollierten Studien, den Einfluss von Vitamin-D u. a. auf die Sterblichkeitsrate durch Krebs über einer Dauer zwischen zwei und sieben Jahren. Bei den Patienten, denen Vitamin-D zugeführt wurde lag die Sterblichkeitsrate um 15 Prozent tiefer im Vergleich zu den Gruppen, denen kein Vitamin-D verabreicht wurde.

 

Was bedeutet dies zum Beispiel auf Deutschland bezogen?

„Etwa jeder vierte Todesfall in Deutschland war 2012 durch Krebs bedingt: Insgesamt starben 220.923 Menschen an dieser Erkrankung. Angaben zu den einzelnen Tumorarten finden sich in der Broschüre “Krebs in Deutschland 2011/2012. Zum Vergleich: An Herz-Kreislauf-Erkrankungen verstarben im gleichen Zeitraum 342.233 Menschen.“

Quelle: https://www.krebsinformationsdienst.de/grundlagen/krebsstatistiken.php#inhalt4

15% von 220923: Das sind 33.138 Menschenleben!

 

 

Wie hoch sollte der Vitamin-D-Spiegel sein?

 

Klassifizierung der Vitamin-D-Versorgung: 25-OH-Vitamin D [µg/l]

schwerster Vitamin-D-Mangel < 5
schwerer Vitamin-D-Mangel 5 – 10
Vitamin-D-Mangel 10 – 20
suboptimale Vitamin-D-Versorgung (relativer Mangel) 20 – 30
optimaler Vitamin-D-Spiegel 30 – 50
obere Norm 50 – 70
überdosiert, jedoch nicht toxisch 70 – 150
Vitamin-D-Intoxikation > 150

                                                                              Quelle: http://www.labor-enders.de/vitamin_d.html

 

Selbst eine einmalige Dosis von 300.000 IE Vitamin D3 ist bei Patienten mit Vitamin-D-Mangel nicht toxisch.

Hier geht es um eine Studie bei der 32 Patienten der Vitamin-D-Spiegel nach einmaliger Gabe von 300.000 IE Vitamin D3 von 13,3 auf ca. 60 µg/l anstieg. Danach wurde beobachtet, dass bei einer langfristigen Einnahme von täglich 10.000 IE Vitamin D3 über einen Zeitraum von 5 Monaten keine Symptome auftauchten, die auf toxische Reaktionen des Körpers hinweisen könnten. Erst noch höhere Tagesdosen führen zu einem anhaltenden Vitamin-D-Spiegeln über 150 µg/l und nur diese können Erkrankungen wie Hypercalcämie und Hyperphosphatämie mit Nierensteinen, Pankreatitis etc. verursachen.

Quelle:
Romagnoli E et al. Short and long-term variations in serum calciotropic hormones after a single very large dose of ergocalciferol (vitamin D2) or cholecalciferol (vitamin D3) in the elderly. J Clin Endocrinol Metab 2008;93:3015–3020.

 

Wie viel Vitamin-D brauchen wir bei Mangelzustand?

Schätzwerte für eine angemessene Vitamin-D-Zufuhr bei fehlender endogener Synthese

Alter Vitamin D bei fehlender endogener Synthese µg/Tag
Säuglinge (0 bis unter 12 Monate) 10
Kinder (1 bis unter 15 Jahre) 20

Jugendliche und Erwachsene
(15 bis unter 65 Jahre)

20
Erwachsene (ab 65 Jahre) 20
Schwangere 20
Stillende 20

1 µg = 40 Internationale Einheiten (IE); 1 IE = 0,025 µg

                                                                                      Quelle: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/

 

Wie sieht der allgemeine Vitamin-D-Haushalt der Bevölkerung aus?

Schweiz

2012 veröffentlichte das Bundesamt für Gesundheit eine Auswertung der verfügbaren Daten über die 25-OH-Vitamin D -Konzentrationen der Bevölkerung:

Schweizer Bevölkerung in Prozent 25-OH-Vitamin D [µg/l] Auswertung
50% < 20 µg/l Mangel
30% 30 µg/l Relativer Mangel
20% > 30 µg/l Kein Mangel

 

Deutschland

In der internationalen Fachzeitschrift European Journal of Clinical Nutrition wurden die Ergebnisse der Studie des Robert-Koch-Instituts über die Vitamin-D-Versorgung in Deutschland veröffentlicht:

Deutsche Bevölkerung in Prozent 25-OH-Vitamin D [µg/l] Auswertung
2,93% < 12,5 µg/l Schwerster Mangel
14,88% < 25 µg/l Moderater Mangel
42,35% < 50 µg/l Suboptimale Versorgung
39,84% >50 µg/l Gute Versorgung

                                                                                                 Quelle: http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Vitamin_D/FAQ05.html

Vergiftung durch zu hoher Gabe an Vitamin D?
Hypervitaminose Vitamin D

 

Gendefekt bei Säuglingen

Säuglinge die mit einem kleinen Gendefekt auf die Welt gekommen sind, können auf die Vitamin-D-Prophylaxe mit dem Krankheitsbild der idiopathischen infantilen Hyperkalzämie reagieren. Von 47.000 Kindern ist eines betroffen. In solchen Fällen hindert die schwere Hyperkalzämie das Parathormon. Es kommt zu Wachstumsverzögerung, Erbrechen, Dehydratation, Fieberschüben und Nephrokalzinose.

Quelle:
https://campus.uni-muenster.de/fakultaet/news/rachitis-vorbeugung-forscher-identifizieren-gendefekt-als-ursache-der-vitamin-d-unvertraeglichkeit-b/

 

Vitamin-D-Überdosierung durch Nahrungseränzungsmitteln

Niereninsuffizienz

Wenn der Vitamin-D-Spiegel zu hoch ist, wir der Darm zur Calcium-Absorption stimuliert aus den Knochen wird Calcium resorbiert. Das hat als Folge, dass sehr viel Calcium ins Blut und in den Urin ausgeschüttet wird. Die Ärzte diagnostizieren eine Hyperkalzämie und eine Hypercalciurie. Innerhalb von recht kurzer Zeit werden die Nieren geschädigt. In den Nieren lagert sich Kalk ab und die Nieren können den Harn nicht mehr so gut von Schad- und Giftstoffen reinigen, können den Urin nicht mehr ausreichend konzentrieren, was zum häufigen Wasserlassen führt (Polyurie) und ständigem Durstgefühl (Polydipsie). Das Endergebnis ist eine funktionelle Niereninsuffizienz.

 

Kalkeinlagerungen

Bei anhaltender Hypercalcämie sind Kalkeinlagerungen in Blutgefäßen, Herz, Muskeln, Sehnen, usw. möglich.

Die Ärzte diagnostizieren:

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Myokardinfarkt (Herzattacke)
  • Schlaganfall
  • Aortenklappenstenose
  • Deformität
  • Osteoporose

Bei der Periphere arteriellen Verschlusskrankheit, dem Myokardinfarkt, Schlaganfall lagert sich Calcium entlang der Blutgefäßwände ab, so dass diese an engen Stellen verschlossen werden. Wenn zu wenig Blut durchströmen kann, entstehen Schmerzen, wenn die dünnen Blutgefäße ganz verschlossen werden, funktioniert die Versorgung von Herzmuskel bzw. Hirn nicht und ein Teil stirbt ab. So entstehen auch durch Kalkablagerungen Myokardinfarkte und Schlaganfälle.

Eine Aortenstenose kann durch Calciumablagerungen auf den Klappensegeln der Aortenklappe entstehen. Das Calcium das vom Blut ins Herz transportiert wird, lagert sich auf den Klappensegeln ab. Dies hat als Folge, dass die Klappensegel versteifen und sich die Aortenklappe verengt. So kommt es durch Calcium zur Aortenklappenstenose.

Da durch sehr hohen Anteil an Vitamin D im Körper das Calcium aus den Knochen geholt wird (Calciumresorption), baut sich die Knochenmasse ab und es kommt zum Krankheitsbild der Osteoporose.

 

Symptome der chronischen Überdosierung:

  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust,
  • Erbrechen,
  • Verstopfung,
  • Bauchkrämpfe,
  • Bluthochdruck,
  • Herzrhythmusstörungen
  • Muskel- und Sehnenschmerzen,
  • Muskelschwäche
  • Persistierend erhöhte Körpertemperatur,
  • Nephrolithiasis (Nierensteine)
  • Nephrokalzinose
  • Polyurie
  • Polydipsie
  • Kopfschmerzen
  • Irritabilität
  • Somnolenz
  • Koma
  • hirnorganisches Psychosyndrom (HOPS)
  • Psychosen
  • Abnahme der Leistungsfähigkeit

 

 

Quellen:

  • University of Colorado Anschultz Medical Campus. Vitamin D reduces respiratory infections. ScienceDaily November 2016
    https://www.sciencedaily.com/releases/2016/11/161116103005.htm
  • http://videnskab.dk/krop-sundhed/d-vitamin-er-immunforsvarets-batteri
  • http://denstoredanske.dk/Krop,_psyke_og_sundhed/Sundhedsvidenskab/Medicinske_lungesygdomme/lungebet%C3%A6ndelse

 

 

Ein Gedanke zu “Vitamin D – bei allen Beschwerden?

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